Knopfmachertage: ein Wochenende im Flow

Wer hätte vor einigen Jahren geahnt, dass eines Tages erfahrene Knopfmacherinnen aus ganz Süddeutschland nach Krumbach reisen würden, um ein Wochenende lang an raffinierten Techniken zu tüfteln, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen! Vergangenes Jahr mussten die Knopfmachertage der Trachtenkultur-Beratung des Bezirks Schwaben noch online stattfinden, diesmal kam rund ein Dutzend kreativer Frauen im wunderschönen Landauer-Haus zusammen und verbrachte je nach verfügbarer Zeit zwei bis drei Tage im Knopf-Flow.

Drei Tages-Workshops standen auf dem Programm:
– Languetten-Facetten mit Sandra-Janine Müller
– Garne kleben, annähen, umlegen mit Monika Hoede
– Schneckenknöpfe mit mir

Quasi zum Aufwärmen ließ Sandra uns am ersten Tag mit dem Staphorster Knopf auf der Basis des Glatten Knopfes beginnen, bei dem nach dem Einweben der Fäden das Sternmotiv in der Hintergrundfarbe erscheint. Die kontrastfarbenen Fäden, mit denen wir die Wicklungen für den Glatten Knopf oder Klassiker beendeten, dienten dabei nicht nur als Orientierung für den Beginn der Weberei, sondern ergeben auch noch einen zusätzlichen dekorativen Effekt.

Die Ergebnisse unserer Fingerübung am Beginn der Knopfmachertage: eine farbenfrohe Kollektion an Staphorster Knöpfen.

Doch schließlich hieß der Workshop am Freitag „Languetten-Facetten“. Deshalb schloss sich an den Staphorster Knopf der Krumbacher Westenknopf an: Auch hier bleibt das Sternmotiv negativ ausgespart, wird aber nicht von eingewebten Spannstichen, sondern von Languettenstichen eingerahmt.

Meine Staphorster Knöpfe und Krumbacher Westenknöpfe, die in den ersten Stunden der Knopfmachertage entstanden sind.

Wer meine Vorliebe für „Fifty Shades of Teal“, also alle Blaugrün-Schattierungen von Mint über Türkis bis Petrol kennt, wird sich vielleicht über meine Farbwahl für die Workshop-Knöpfe wundern. Natürlich hatte ich Garn in meinen Lieblingsfarben dabei, aber ich habe die Möglichkeit genutzt, kurz vor Ende des Monats noch ein paar Knöpfe in den von Eveline Groß in der Facebook-Gruppe „Knöpfe“ für März vorgeschlagenen Farben Grün, Lila und Gelb zu gestalten. Die Herausforderung „Farbe des Monats“ ist eine willkommene Gelegenheit, Farbkombinationen auszuprobieren, die man sonst eher nicht wählen würde. (Aber natürlich hoffe ich zuversichtlich darauf, dass Evi im Laufe des Jahres irgendwann die Farben des Wassers aufruft. 😉)

Auf den Fotos im Programm der Trachtenkultur-Beratung hatte Sandra schon den eigentlichen Clou des Tages präsentiert: den Dresdener Seestern. Dessen historisches Vorbild hat Monika Hoede im Museum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden entdeckt. Sandra hat den Knopf rekonstruiert und mit uns im Workshop einem ersten Praxistest unterzogen. Beim Languettieren der Sternkontur wird gleichzeitig ein Netz nach Art eines Wiener Stuhlgeflechts über die Mitte des Knopfes gewebt – ein außergewöhnlicher Effekt, der uns alle sofort begeisterte.

Meine ersten beiden Dresdener Seesterne – und bestimmt nicht meine letzten!

Am zweiten Knopfmachertag brachte Monika Hoede uns mit ungewohnten Materialien ziemlich ins Schwitzen: Kördelchen, Gimpe und Soutache tragen auf der Rückseite des Knopfes zu stark auf, wenn man wie gewohnt wickelt. Deshalb werden diese Materialien „umgelegt“, also auf der Rückseite von einem starken Nähfaden erfasst und sofort wieder zur Vorderseite geführt.

Erste Versuche im Umlegen von Gimpe und Soutache (Rückseite während der Arbeit und fertige Vorderseite)

Für alle, die es gewohnt sind, im kleinen Maßstab mit feinen Garnen zu arbeiten, war der Umgang mit den dicken Materialien gewöhnungsbedürftig. Das Ergebnis meines Experiments mit Kordeln unterschiedlicher Stärke wirkt ein bisschen wie ein Törtchen – fanden zumindest meine Kurskameradinnen, und Alexander Smit, der Wissenschaftliche Volontär der Trachtenkultur-Beratung, setzte den voluminösen Knopf folgerichtig in ein Muffinförmchen:

Das Ergebnis meines Experiments mit Kordeln unterschiedlicher Stärke

Quasi die Kirsche auf dem Törtchen ist ein Glatter Knopf im Miniaturformat über einem 12-mm-Rohling. Eine interessante Erfahrung, aber ich ziehe weiterhin die feineren Fäden vor.

Nach einem Vorbild von Monika Hoede ist schließlich ein weiterer Knopf aus verschiedenen Gimpen entstanden, dessen Machart auf der des Ottobeurer Knopfes basiert:

Bei diesem Knopf finde ich die zweifarbigen Bögen aus Gimpe in Beige und Orange sehr attraktiv.

Neben dem Gestalten von Knöpfen mit Gimpe, Soutache und Kordeln zeigte uns Monika, wie sich Fäden nachhaltig auf Röllchen aus Altpapier aufwickeln lassen (mit einem historischen Garnwickler, der eigentlich für die Spulen von Weberschiffchen vorgesehen ist), wie man einen sogenannten Schweif aus mehreren Einzelfäden anfertigt und zum Überziehen einer Großlochperle (z.B. für eine Quaste) verwendet und wie man Holzrohlinge mit einer Kordel als Grundlage für eine Tortenschnürung beklebt. Eigentlich wäre um 17 Uhr Feierabend gewesen, aber angesichts der Fülle an Information und Inspiration verließen wir das Landauer-Haus erst kurz vor 19 Uhr ziemlich erschöpft, aber auch voller Stolz auf das Geleistete.

Nach den Herausforderungen des vorhergehenden Tages war mein Thema „Schneckenknöpfe“ am Sonntag dann die reine Erholung. Leider hatten einige Teilnehmerinnen schon am Samstagabend abreisen müssen. So war die Gruppe – mit stark oberpfälzisch-niederbayerischem Schwerpunkt – klein, was wiederum ein intensives Üben und Arbeiten ermöglichte.

Wir begannen mit einem einfachen Schneckenknopf, bei dem spiralförmige Runden in ein Grundgerüst aus relativ dichten Speichen eingestickt werden. Das ist im Grunde eine reine Geduldsarbeit, aber das Ergebnis wirkt ausgesprochen reizvoll.

Beim Schneckenknopf sollte das kontrastfarbene Grundgerüst zwischen den spiralförmig eingestickten Runden hervorblitzen.

Für eine Variante dieses Grundtyps überzogen wir einen Rohling oder eine Großlochperle dicht mit Sticktwist und stickten flügelartige Motive ein.

Wenn man einen Kuppelrohling mit Sticktwist überzieht und mit Perl- oder Häkelgarn bestickt, entstehen solche propellerartigen Formen.

Ich hätte mit den Workshopteilnehmerinnen sehr gerne noch weitere Knopfarten ausprobiert, bei denen eine Grundlage in Spiralrunden bestickt wird, aber der letzte der drei Knopfmachertage war so schnell vorbei, dass wir nur noch mit dem Knopf schließen konnten, mit dem wir am Freitag begonnen hatten: mit dem Staphorster Knopf. Schon zur Kaffeezeit mussten die Ersten zu ihrer mehrstündigen Heimfahrt aufbrechen – nicht ohne dass wir zuvor die Ergebnisse dieses Tages auf einem Abschlussfoto dokumentiert hätten:

In meinem Workshop „Schneckenknöpfe“ wurde immer rundherum gestickt.

Angesichts der Arbeitsberge in Büro und Werkstatt hatte ich ursprünglich vorgehabt, nur zu meinem eigenen Kurs nach Krumbach zu reisen, dann aber doch einige Nachtschichten eingelegt, um an allen drei Tagen dabei sein zu können. Ich habe es nicht bereut! Drei Tage im Knopf-Flow mit neuen Anregungen und Herausforderungen haben sich sehr gelohnt – und nicht zuletzt hat der abendliche Gedankenaustausch mit anderen beim Wein viel Freude gemacht.

Mein kleines Alter Ego, die Knopfmacherin Helene der deutsch-amerikanischen Filzkünstlerin Silke Sordyl, war als stille Beobacherin bei den Knopfmachertagen dabei.

Die Knopfwerkstatt unterwegs

Knopfwerkstatt on tour
So sieht es aus, wenn die Knopfwerkstatt auf Reisen geht.

Eine ganze Weile war es hier im Blog ziemlich ruhig. Das lag aber nicht etwa daran, dass die Knopfwerkstatt Winterschlaf gehalten hätte – im Gegenteil! In den vergangenen Wochen war ich ziemlich oft auf Achse, um in der Schweiz, Niedersachsen und Schwaben Kurse zu geben. Nach der langen pandemiebedingten Pause hat es viel Freude gemacht, an schönen und außergewöhnlichen Orten kreativen Menschen zu begegnen und sie für die Knopfmacherei zu begeistern.

Zwirn- und Posamentenknöpfe im Berner Oberland

Ballenbergzentrum im Berner Oberland
Das Ballenbergzentrum im Berner Oberland: Hier wird altes Handwerk gepflegt und weitergegeben.

Im Februar wurde endlich mein langgehegter Traum wahr, Kurse im Ballenbergzentrum im Berner Oberland zu geben. Das Konzept des Kurszentrums, das dem Freilichtmuseum Ballenberg angegliedert ist, fasziniert mich seit vielen Jahren, denn dort werden viele fast vergessene Handwerkstechniken weitergegeben und am Leben erhalten, beispielsweise der Bogenbau, der Bau von Holzbrunnen, Sgraffitotechniken – und nun eben auch die Knopfmacherei.

Jeweils zwei Tage unterrichtete ich Zwirn- und Posamentenknopftechniken in einem wunderbar hellen und großen Seminarraum, immer unterstützt von Geschäftsführer Philipp Kuntze und Techniker Lukas Wanner, wenn es beispielsweise darum ging, einen Steckdosenadapter zu organisieren. Die Kursteilnehmerinnen waren mit viel Elan und Talent bei der Sache, wie unsere Abschlussfotos zeigen:

Vom Sternknopf bis zum Pfeilspitzenknopf: die Ergebnisse des Posamentenknopfkurses im Ballenbergzentrum
Der bescheidene Zwirnknopf wird zum Schmuckstück: die Ergebnisse des Zwirnknopfkurses im Ballenbergzentrum

Nach Kursende habe ich in der Abenddämmerung die Gelegenheit genutzt, mich ein bisschen in Brienz und im noch geschlossenen Freilichtmuseum umzusehen, und freue mich umso mehr darauf, Anfang Juli und im Oktober wieder ins Berner Oberland zu reisen und dort zu unterrichten. (Wer sich für die Kurse interessiert, findet hier alle Informationen zu Programm und Anmeldung.)

Der Brienzer See im Februar in der Abenddämmerung
Hofstetten, der Ort zu dem das Ballenbergzentrum gehört, ist auch Sitz der Firma Trauffer, die Holztiere herstellt. Deren rotbunten Kühe haben mich zu diesem Schweiz-Stillleben inspiriert.

Knopfmachertage online

Die Knopfmachertage der Trachtenkulturberatung des Bezirks Schwaben fanden wegen der Corona-Einschränkungen online statt, was einerseits schade war, andererseits aber auch Interessentinnen die Teilnahme ermöglichte, die nicht aus großer Entfernung hätten anreisen können.

Drei Themen standen auf dem Programm: Sandra-Janine Müller machte den Anfang mit „Vier Ecken hat mein Knopf“. Ich hatte eigentlich in meinem Redaktionsbüro so viel Arbeit, dass ich „nur mal eine Stunde“ online vorbeischauen wollte, habe mich aber dann doch fasziniert quasi festgewickelt und war am Ende an allen drei Tagen von Anfang bis Ende dabei. In den sieben Stunden mit Sandra entstand eine ganze Kollektion von Knöpfen mit spannenden grafischen Mustern.

Meine Ergebnisse aus Sandra-Janine Müllers Online-Kurs „Vier Ecken hat mein Knopf“

Am zweiten Knopfmachertag waren auch wir erfahreneren Knopfmacherinnen stark gefordert, als Trachtenberaterin Monika Hoede uns in die Kunst des „figurierten Knopfes mit Lahnringen“ einführte. Das Gorldrehen, also die Gestaltung plastischer, kordelartig wirkender Muster auf der Knopfoberfläche, ist eine Technik, die viel Übung erfordert und mir schon bei der Vorbereitung aufs Knopfmacherzertifikat einiges Kopfzerbrechen bereitet hat, aber wir alle haben die Herausforderung gemeistert.

Figurierte Knöpfe mit Lahnringen: meine Übungsstücke vom zweiten Knopfmachertag

Am dritten Knopfmachertag ging es entspannter zu: Ich durfte unter dem Motto „Souvenirs, Souvenirs“ zeigen, wie sich Kronkorken, Münzen, Teile alter Metallknöpfe oder andere Elemente in Zwirnknöpfe einarbeiten lassen. Wer wollte, konnte unter dem Kronkorken auch einen Magneten verstecken und den fertigen Knopf als Nadelhalter für den Knopfmachertisch verwenden.

Meine Beispiele vom Knopfmachertag Nummer drei: Zwirnknöpfe mit eingearbeiteten Elementen

Knopfpassion in der Kunststätte Bossard

Zu meiner großen Freude kam Anfang April endlich auch ein weiterer Kurs zustande, der schon mehrmals hatte verschoben werden müssen: Ein Wochenende lang gestaltete ich mit Frauen aus dem hohen Norden Knöpfe in der Kunststätte Bossard bei Jesteburg in der Lüneburger Heide. Ein außergewöhnlicher, inspirierender Ort!

Die Kunststätte Bossard wurde zwischen 1911 und 1950 vom Künstlerpaar Johann Michael Bossard und seiner Frau Jutta Bossard-Krull im Norden der Lüneburger Heide als Gesamtkunstwerk angelegt.

Im sogenannten Schweizer Schuppen, der einst als Holzlager diente und jetzt zu einem attraktiven Seminarraum umgebaut ist, beschäftigten wir uns zwei Tage lang mit den Grundlagen der Knopfmacherei – vom Sternknopf und dem Glatten Knopf bis zum gewebten Sternknopf und dem Augsburger Knopf. Am zweiten Tag war dann auch noch ein Exkurs in Richtung Zwirnknöpfe drin. Über den Bildschirm, auf dem sonst ein Info-Video über die Kunststätte gezeigt wird, konnte ich bequem per Kamera und Laptop alle Arbeitsschritte und Bilder fertiger Knöpfe mit coronakonformem Abstand zeigen.

Den Bildschirm mit dem Bossard-Video durften wir für den Kurs nutzen.
Der Schweizer Schuppen, das ehemalige Holzlager der Bossards, dient heute als schöner Seminarraum.

Eine vielfältige Kollektion an Knöpfen ist in der Kunststätte Bossard entstanden – besonders beachtlich, weil fast alle Teilnehmerinnen komplette Neulinge in Sachen Knopfmacherei waren.

Das Knopfmacherhandwerk im Ries

Gleich zweimal führte mich der Weg in diesem Frühjahr ins Ries. Dort zeigte das zauberhafte Museum KulturLand Ries in Maihingen sieben Wochen lang die Sonderausstellung „Das Knopfmacherhandwerk im Ries“, zu der ich meinen Beistelltisch aus einem historischen Setzkasten mit über hundert Knöpfen und meine Knopfuhr als Leihgaben beitragen durfte.

So könnte das Wohnzimmer einer Knopfmacherin aussehen: Exponate verschiedener Leihgeberinnen in der Ausstellung „Das Knopfmacherhandwerk im Ries“ im Museum KulturLand Ries in Maihingen.

So unternahm ich mit meinem Mann Franz einen Ausflug zur Ausstellungseröffnung Anfang März, bei der wir nicht nur die vielen Kleidungsstücke, Werkzeuge, Knöpfe und Dokumente aus dem Archiv der Trachtenkulturberatung des Bezirks Schwaben und die Neuinterpretationen moderner Knopfmacherinnen bewunderten, sondern auch einige gute Bekannte trafen – ein wichtiger Aspekt jeder Vernissage!

Probieren geht bekanntlich über Studieren! Wer durch die Ausstellung Lust bekommen hatte, sich selbst in der Knopfmacherei zu versuchen, bekam die Möglichkeit dazu Anfang April. Eigentlich war nur ein Nachmittagskurs geplant, aber weil das Interesse erfreulich groß und die Warteliste bald lang war, entschlossen die Museumsleitung und ich uns dazu, vormittags einen zweiten Kurs anzubieten. Wie immer in solchen Basis-Workshops war es faszinierend zu erleben, wie sich die Finger und die Köpfe nach der ersten Stunde angestrengten Haltens und Wickelns entspannten und die Ideen für neue Kreationen sprudelten. Außerdem staune ich immer wieder darüber, welche Farbkombinationen die Teilnehmer:innen aus dem Angebot an Garnfarben zusammenstellen, die ich mitbringe.

Zwei dreistündige Grundkurse bot das Museum KulturLand Ries im Begleitprogramm zur Ausstellung „Das Knopfmacherhandwerk im Ries“ an. Ich finde, die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen!

Zwirnknopf trifft Nadelkissen

Eine kleine, aber sehr motivierte Runde traf sich Mitte März im Landauer-Haus in Krumbach, dem Sitz der Trachtenkulturberatung des Bezirks Schwaben, um Nadelkissen mit Zwirnknöpfen anzufertigen. Wer wollte, konnte einen Magneten einarbeiten, auf dem die Nadeln haften bleiben – sehr praktisch zum Beispiel für Nähnadeln, die sonst gelegentlich auf Nimmerwiedersehen (aber manchmal bis zum Wiederpieksen) in der Füllung eines Nadelkissens verschwinden.

Nadelkissen in Kürbis- und Sternform und eine Auswahl bunter Zwirnknöpfe aus dem Kurs im Landauer-Haus

Sechs Tage im Knopfrausch: die Trachtenwerkwoche

Die Jugendbildungsstätte des Bezirks Schwaben bot optimale Voraussetzungen für die Trachtenwerkwoche.

Nach Ostern folgte schließlich ein weiterer Höhepunkt in diesem Kursjahr: die Trachtenwerkwoche in Babenhausen, organisiert von Monika Hoede, der Trachtenberaterin des Bezirks Schwaben. Welch eine Chance und zugleich Herausforderung, eine höchst interessierte Gruppe von fünf Frauen und zwei Männern in rund 24 Kursstunden vom ersten achtzackigen Sternknopf bis zu anspruchsvollen Wickel- und Webtechniken zu führen! Die Voraussetzungen hätten besser nicht sein können: Die Sonne schien, vor unserem großzügigen Seminarraum in der Jugendbildungsstätte des Bezirks Schwaben, kurz Jubi, stand ein Kirschbaum in voller Blüte, die Küche verwöhnte uns mit ausgezeichneten vegetarischen Mahlzeiten, und die Gruppe harmonierte hervorragend.

So konnten wir bei der abschließenden Werkschau ein köstliches Knopfmenü als Augenschmaus präsentieren:
Entré: Salatkomposition von Sternknopf und Glattem Knopf
Zwischengang: Augsburger Knöpfle mit scharf angestickten Flügelchen
Hauptgericht: Filetierter Viereckknopf nach Ottobeurer Art im Languettenmantel
Für Vegetarier: Frühlingsblüten vom Knöpflesbaum
Dessert: Magnetisierte Zwirnknöpfe mit Biertopping

Als Menü präsentierte der Knopfmacherkurs seine Resultate am Ende der Trachtenwerkwoche.

Endlich hatten wir auch die Gelegenheit, die Sattelröcke, Werktagsgewänder, Strunztäschchen, Spenzer und Stoffdrucke zu bewundern, die in den Kursen von Gertrud Agricola-Straßer, Maria Tyroller, Ute Palmer-Wagner, Monika Hoede und Thea Baur entstanden waren. Gerade am letzten Abend waren die Nähmaschinen noch bis tief in die Nacht heißgelaufen, damit die Projekte auch wirklich fertig wurden.

Immerhin blieb zwischendurch noch ein wenig Zeit, mir von Monika Hoede endlich den Brezelknoten zeigen zu lassen, bei dem die Verknüpfung der Hirnhälften ganz bestimmt stark gefördert wird. Die Technik interessiert mich schon lange!

Der Brezelknoten (auch Bretzel- oder Brätzelknoten) ist ein traditioneller Posamentenbesatz.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Während ich diesen Blogbeitrag schreibe, stehen die gepackten Kurskisten schon wieder fertig zum Verladen in der Werkstatt: Ende der Woche geht es in Richtung Aachen zu Elvira Altdorf, in deren Filzatelier ich schon zwei Wochenendkurse gegeben habe. Ich freue mich sehr darauf, wieder bei ihr zu unterrichten, denn sie und ihr Mann Heinz kümmern sich ganz großartig um das Wohl von Teilnehmerinnen und Dozentin.

Ende Mai gehe ich ins Kloster – wenn auch nur für ein Wochenende: Dann bin ich mit einem Knopfkurs der VHS Ehingen im dortigen Franziskanerkloster zu Gast. Anfang Juli stehen die nächsten Kurse im Ballenbergzentrum in der Schweiz auf dem Programm, und am letzten Juli-Wochenende verbringe ich ein Wochenende im Paradies – genauer gesagt im Wampendobler Paradies von Petra und Marc Herrmann in Niederbayern, die mich eingeladen haben, einen Workshop in ihren Räumen zu geben. Zwischen Schweiz und Niederbayern trefft ihr mich noch beim ersten Markt nach langer Pause: auf dem Nordendorfer Handwerkermarkt am Sonntag, 17. Juli.

Weitere Kurse in Brandenburg und in den Niederlanden folgen im Spätsommer. Wenn ihr Lust habt, dabei zu sein, findet ihr alle Termine und Informationen zur Anmeldung hier. Ich freue mich jedenfalls darauf, viele Knopffans wiederzusehen oder neu kennenzulernen!